Programm

L’ANIMALE

Katharina Mückstein

Österreich, 2018 / 96 min / Deutsche Originalfassung (DE OF) / Drama

Die Welt der rebellischen Mati gerät ins wanken als ihr bester Kumpel sich in sie verliebt und ein lange gehegtes Geheimnis die Beziehung ihrer Eltern bedroht.

Mati und ihre Jungs-Gang terrorisieren die Mädchen ihres Dorfes vom Rücken ihrer Motorräder aus. Als Mati jedoch Carla kennenlernt, gerät alles ins Wanken. Die Begegnung mit dem selbstbestimmten Mädchen zeigt Mati, wer sie wirklich sein könnte: lebendig und offen und ganz anders, als in ihrer kompetitiven, betont coolen Burschen-Clique. Und dann verliebt sich Matis bester Freund Sebastian auch noch in sie und will, dass Mati endlich vom Kumpel zur Geliebten wird. Auf einmal muss Mati um ihren Platz in der Männerrunde bangen. Gleichzeitig wird die Welt ihrer Eltern ganz plötzlich mit dem Aufkommen eins lang gehegten Geheimnisses ihres Vaters erschüttert. Schließlich stehen alle vor dem gleichen Problem: Wie können sie sich von den gesellschaftlichen Konventionen die uns alle einschränken loslösen.

 

“Rastlos und mit einem feinen Gefühl für soziale Zwänge widmet sich L'Animale der Frage, wie man zum Autor seines Lebens wird. Indem Katharina Mückstein eine Tochter und ihren Vater zu Hauptfiguren macht, entsteht ein generationsübergreifendes Panorama der verschwiegenen Suche nach dem Selbst. Eindringlich zeigt der Film, wie der Erwartungsdruck der Schule, wie Familie und Freunde über Mati einbrechen. Und selten hat jemand die Tristesse einer Dorfdisko so liebevoll eingefangen wie Mückstein.“ Jonas Lages, Der Tagesspiegel, 19/02/2018

„Katharina Mückstein erzählt von all dem, von dieser nahen und doch so fernen Welt mit unglaublichem Gespür für sprechende Details und Nuancen, für Bilder, die die ganze Weite der Leinwand zu nutzen und die es dennoch verstehen, Nähe und Intimität zu schildern. Mit großer Selbstverständlichkeit schickt sie die Kamera zu verschiedensten Settings und lässt den Zuschauern an all diesen kleinen Welten teilhaben […] Das wirkt alles ganz natürlich und dann wieder exemplarisch im Sinne der Lebenswelt und der Geschichten und Lügen, von denen L’Animale unendlich viel zu berichten weiß – auf eine ganz reduzierte und zugleich enorm verdichtete Weise, die den Zuschauer durch alle Wendungen lotst und ihn nicht mehr loslässt. Ein unendlich kluger Film über das Heranwachsen, das Leben und die Lügen, denen man sich anscheinend im Laufe des Lebens ausgesetzt sieht.“ Joachim Kurz, Kino-Zeit.de, 02/07/2018

+3
+15
Awards
  • Golden Eye for Best Film – Fokus DE, AT, CH, Zurich Film Festival, 2018 (Switzerland)
  • Diagonale Prize – Best Acting Ensemble, Diagonale – Festival of Austrian Film, 2018 (Austria)
  • Golden Wolf for Best Film Award – International Feature Competition, Seoul International Women's Film Festival, 2018 (South Korea)
  • Prix Cima – Best Female Director, Cinema Jove – Valencia International Film Festival, 2018 (Spain)
  • Best Music - Bernhard Fleischmann, Austrian Film Award, 2019 (Austria)
Cast & Credits
Darsteller 
Sophie Stockinger, Kathrin Resetarits, Dominik Warta, Julia Franz Richter, Jack Hofer, Stefan Pohl, Dominic Marcus Singer, Simon Morzé, Eva Herzig, David Oberkogler, Martina Spitzer, Lisa C. Nemec, Johanna Orsini-Rosenberg, Gisela Salcher
Drehbuch 
Katharina Mückstein
Kamera 
Michael Schindegger
Ton 
Hjalti Bager-Jonathansson
Szenerie 
Katharina Haring
Musik 
Bernhard Fleischmann
Produktion 
NGF – Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion, La Banda Film
Verleih 
Arti Film
Biografie

Katharina Mückstein wurde 1982 in Wien geboren, studierte Philosophie und Gender Studies, bevor ein Studium der Regie an der Filmakademie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien unter Michael Haneke absolvierte. Die Regisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin gründete die Produktionsfirma La Banda mit der sie sich für mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilme verantwortlich zeigte. 2013 erhielt sie das START-Stipendium für Filmkunst des österreichischen Kulturministeriums. Ihr erster Spielfilm, Talea (2013), lief im Wettbewerb zahlreicher internationaler Festivals und brachte ihr den Preis für beste Regie am Max Ophüls Preis Festival 2013 ein.

Filmografie
  • 2019 – Feminism WTF (Dokumentarfilm)
  • 2018 – L’Animale
  • 2013 – Talea
  • 2008 – Die Vereinigung (Kurzfilm)