Programm

SELFIE

Agostino Ferrente

Frankreich, Italien, 2019 / 78 min / Italienische Originalfassung mit englischen Untertiteln (IT OF mit EN UT) / Dokumentarfilm

In Anwesenheit des Regisseurs Agostino Ferrente

Jugend, sozialer Status, staatliche Willkür in einer von der italienischen Camorra gezeichneten Stadt.

Auf einzigartige Weise dokumentiert Selfie den Fall des 16-jährigen Davide Bifolco, der im Sommer 2014 im neapolitanischen Bezirk Traiano von einem Carabiniere erschossen wurde da er fälschlicherweise für einen flüchtenden Mafiosi gehalten wurde. Um sich von dem oft als Getto und Camorra-Hochburg stilisierten Stadtteil und den Umständen von Davides Tod ein Bild machen zu können, sucht der Regisseur Agostino Ferrente nach dessen Freunden und stößt auf Pietro und Alessandro. Ausgestattet mit einem Handy und einem Mikrofon, lässt er die beiden ihren Alltag als Selfie-Film dokumentieren, das perfekte Format in einer Zeit, in der das inszenierte Selbst oft zum Produkt wird. Entstanden ist eine beeindruckende Collage über die Jugend, über ein Leben, in dem die Herkunft über die Zukunft bestimmt, über staatliche Willkür, Wut und Trauer, vor allem aber über eine zärtliche Jungenfreundschaft in einer von Härte dominierten Männerwelt.

 

Vorstellungen
Cast & Credits
Darsteller 
Alessandro Antonelli, Pietro Orlando
Drehbuch 
Agostino Ferrente
Kamera 
Alessandro Antonelli, Pietro Orlando
Ton 
Francesca Genevois, Benni Atria
Musik 
Andrea Pesce, Cristiano Defabritiis
Produktion 
Magneto, Arte France
Koproduktion 
Casa delle Visioni, Rai Cinema
Verleih 
Deckert Distribution
Biografie

Agostino Ferrente ist ein 1971 in Cerignola, Italien, geborener Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er ist Gründer der Produktionsfirma Pirata Produzioni Cinematografiche und gehört dem Kollektiv Apollo 11 an, welches das historisches Apollo-Kino in Rom rettete und in eines der aktivsten Kulturzentren der Stadt umwandelte. Über das dort gegründete Orchestra di Piazza Vittorio drehte er einen Dokumentarfilm, The Orchestra of Piazza Vittorio (2006). Er rief den Doc/it Award für Dokumentarfilm ins Leben, der im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig vergeben wird. Dort feierte 2013 Le cose belle Premiere, ein Film über zehn Jahre im Leben von vier jungen Neapolitaner/-innen, bei dem er mit Giovanni Piperno Co-Regie führte.

Filmografie
  • 2019 – Selfie (Dokumentarfilm)
  • 2013 – Le cose belle (Dokumentarfilm)
  • 2006 – L’Orchestra di Piazza Vittorio (Dokumentarfilm)
  • 2004 – Scusi, dov’è il documentario? (Dokumentarfilm)
  • 2000 – Intervista a mia madre (Dokumentarfilm)
  • 1999 – Il film di Mario (Dokumentarfilm)
  • 1994 – Opinioni di un pirla (Kurzfilm)
  • 1993 – Poco più della metà di zero (Kurzfilm)