Programm

READY. SET. DESIGN. FILMKULISSEN IN LUXEMBURG

Eine Ausstellung über die Szenografie und die Kulissen Luxemburger Produktionen und Koproduktionen zwischen 1980 und 2020.

Kurator/-in: Paul Lesch, Yves Steichen, Chiara Lentz
Organisation: Cercle Cité
Mit der Unterstützung des Luxembourg City Film Festivals
Ort: Cercle Cité
Öffnungszeiten: vom 12/02 bis zum 11/04/2021: 11:00-19:00 Uhr
Eintritt frei
Kostenloser geführter Rundgang jeden Samstag um 15:00 Uhr 

Wenn Kino, wie manche behaupten, die „hohe Kunst der Illusion“ ist, dann bildet das Szenenbild sozusagen ihr Herzstück. Das Szenenbild eines Films, auch Szenografie  oder Setdesign genannt, siedelt seine Erzählung und Handlung in einer bestimmten Umgebung an und trägt so zur Schaffung einer einheitlichen Filmkulisse bei, die den Regisseur*innen ermöglicht, ihre Geschichte zu erzählen. Das Szenenbild ist mehr als ein einfacher Schauplatz, sondern ein vollwertiges und zentrales Element des Films.

Während manche Pioniere der Filmkunst wie die Gebrüder Lumière Aufnahmen in natürlicher Umgebung vorzogen, filmte der Illusionist Georges Méliès vor einer Leinwand oder in Studiokulissen. Ein Szenenbild kann zugleich schlicht, aber auch entscheidend sein: Die Szenografie trägt zur Illusion bei und erzielt oft die wichtigste Wirkung, wenn sie für das breite Publikum unbemerkt bleibt. Ein Szenenbild verankert die Handlung nicht nur an einem genau definierten Ort, sondern eine weitere wesentliche Funktion besteht darin, die innere Welt einer oder mehrerer Figuren symbolisch zu übertragen. Durch das Wechselspiel von Außen- und Innenwelt, von wirklichen Orten und im Studio hergestellten Kulissen, von Accessoires und Spezialeffekten trägt es also zur Schaffung einer filmischen Realität bei.

Die Ausstellung Ready. Set. Design. Das Szenenbild im luxemburgischen Film (12. Februar bis 11. April 2021 im Cercle Cité) widmet sich der Szenografie und dem Szenenaufbau in luxemburgischen Filmproduktionen und –koproduktionen, die zwischen 1980 und 2020 gedreht wurden.

Diese Ausstellung versucht, die Bedeutung des Szenenbildes in verschiedenen Sichtweisen zu analysieren. Sie dokumentiert die verschiedenen Etappen für die Erstellung eines Szenenbildes vom Drehbuch bis zum Endschnitt, aber auch die Ausarbeitung eines künstlerischen und visuellen Konzepts durch die Filmemacher*innen, die Szenenbildner*innen und die Chefkameramänner/frauen, die Recherche von Drehorten, den Set- und Kulissenbau, die Auswahl von Accessoires, die Hauptdreharbeiten, sowie die Einbeziehung von Spezialeffekten. Für die Ausstellung wurden Statements von Vertreter*innen der unterschiedlichen Berufszweige der luxemburgischen Filmindustrie gesammelt, die ihre kreative und künstlerische Arbeit in den Vordergrund stellen.

Außerdem setzt sich die Ausstellung zum Ziel, mithilfe der Analyse von Szenenbildern eine "andere" Geschichte des luxemburgischen Kinos seit den 1980er-Jahren zu erzählen. 

Das spezifische Steuersystem für Investitionen in audiovisuelle Medien, das 1988 von der luxemburgischen Regierung im Rahmen einer verstärkten Diversifizierung der Wirtschaftstätigkeit eingeführt wurde, hat mittlerweile mithilfe von finanziellen Entlastungen zahlreiche ausländische Produktionen nach Luxemburg gelockt. Luxemburgische Firmen wie Carousel Pictures, Delux Productions, Samsa Film, Iris Productions, Red Lion oder Tarantula Luxembourg haben sich an Koproduktionen beteiligt, deren Handlung sich größtenteils außerhalb unserer Grenzen abspielte und die dennoch – zumindest teilweise – in Luxemburg gedreht wurden. Faszinierend ist die Art und Weise, wie typische Orte Luxemburgs in Filmhandlungen integriert wurden, die sich in völlig anderen Regionen und Städten ereignen (z.B. Paris, London, Tel Aviv oder New York), deren Städtebau und Architektur oftmals große Unterschiede zu Luxemburg aufweisen. Das riesige Venedig-Filmdekor, das in Esch-sur-Alzette nachgebaut wurde, ist längst in die Geschichte des luxemburgischen Kinos eingegangen. 2001 verwandelten über 300 Handwerker die Industriebrache Terres rouges von Esch in das Venedig des 14. Jahrhunderts. Später diente das Dekor auch als Kulisse für einen Film, der sich in Delft abspielte. 

Schließlich analysiert die Ausstellung den Blick, den luxemburgische Filmregisseur*innen auf ihr eigenes Land werfen. Welche Geschichten spielen in welcher Region, in welchem Milieu, in welcher Landschaft des Großherzogtums? Welche Bilder und Filmdarstellungen sind mit welchen Orten und Bewohnern verknüpft?

Kino ist eine Traumfabrik… und die Ausstellung Ready. Set. Design. Das Szenenbild im luxemburgischen Film, die von den Kuratoren Paul Lesch, Direktor des Nationalen audiovisuellen Zentrums (CNA), Yves Steichen (CNA) und Chiara Lentz (CNA) in Partnerschaft mit dem Cercle Cité im Rahmen des Luxembourg City Film Festivals ausgearbeitet wurde, präsentiert zahlreiche Illustrationen – Skizzen, Pläne, Moodboards, Drehbücher, Fotos von Dreharbeiten, Plakate, Filmausschnitte und Filmdokumente – damit die Besucher in die Welt des Szenenbildes und der Illusion der Filmproduktion ‘made in Luxembourg’ eintauchen können.

Cercle Cité | 12/02/2021 > 11/04/2021 | 11:00-19:00 Uhr
Geführter Rundgang: Samstags um 15:00 UhrFreier Eintritt

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