Programm

CHICHINETTE – WIE ICH ZUFÄLLIG SPIONIN WURDE (CHICHINETTE : MA VIE D'ESPIONNE)

Nicola Alice Hens

Deutschland, Frankreich, 2019 / 86 min / Französische und englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln / Dokumentarfilm

In Zusammenarbeit mit dem Institut Pierre Werner und der Vertretung der Europäischen Kommission in Luxemburg
In Anwesenheit der Regisseurin Nicola Alice Hens

Die Geschichte einer jungen jüdischen Spionin im Nazi-Deutschland des zweiten Weltkrieges.

Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde erzählt die weitgehend unbekannte Lebensgeschichte von Marthe Cohn, geborene Hoffnung, eine französisch-jüdische Spionin mit dem Decknamen Chichinette. 1944 trat Marthe, eine französische Jüdin aus Metz, den Freien Französischen Streitkräften bei und wurde Mitglied des Geheimdienstes der französischen 1. Armee. Heimlich überquerte sie als Agentin die feindlichen Linien nach Deutschland, wo sie sich als deutsche Krankenschwester ausgab und für die Alliierten spionierte. Dank ihrer Tarnung schaffte sie es kritische Informationen zur Siegfried-Linie und einem Hinterhalt der Wehrmacht zu übermitteln. Im Alter von 99 Jahren bricht sie ihr fast 60 Jahre währendes Schweigen und reist um den ganzen Erdball um ihre Erfahrungen von denen nicht einmal ihr Ehemann wusste mit nachfolgenden Generationen zu teilen. Die dabei hervortretenden Erzählungen, Marthes Ausstrahlung und Ironie begeistern Zuhörer/-innen aller Generationen.

Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde erzählt in atmosphärischen, teils animierten Bildern einen beeindruckenden Lebensweg und beobachtet Marthe heute, wie sie mit der liebevollen Unterstützung ihres Mannes Major mit großem Eifer die Welt bereist, um ihre Geschichte mit der jungen Generation zu teilen. Denn sie weiß: Viel Zeit bleibt ihr nicht. Regisseurin Nicola Alice Hens leistet mit ihrem Film einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen. Ein tiefsinniges und zugleich heiteres Roadmovie mit einem etwas anderen Superstar.“ Kasseler DokFest

Festivalbesucher/-innen sind vor der Vorführung um 11:30 zu einem „Walking Lunch“ eingeladen. Nach dem Film steht Regisseurin Nicola Alice Hens für eine Frage- und Antwortrunde zur Verfügung.

Das Institut Pierre Werner (IPW) ist ein europäisches Kulturinstitut, das den kulturellen und intellektuellen Gedankenaustausch zwischen seinen drei Gründungsländern Deutschland, Frankreich, Luxemburg und weiteren europäischen Staaten fördert

Die Hauptaufgabe der Europäischen Kommission in Luxemburg besteht darin, den Interessengruppen, Medien und Bürgern der EU-Politik zu vermitteln und die Kommission über nationale Entwicklungen zu berichten.

Vorstellungen
Di 10/03 12:00 Cinémathèque FR & EN OF mit DE UT Public https://ticket.luxembourg-ticket.lu/luxfilmfest/webticket/shop?event=28837&kassi...

 

Cast & Credits
Darsteller 
Marthe Hoffnung Cohn, Major Cohn
Drehbuch 
Nicola Alice Hens
Kamera 
Gaëtan Varone, Nicola Alice Hens
Ton 
Thomas Prulière, Fabio Viana Coggiola
Musik 
Raphaël Bigaud, Vincent David
Produktion 
Amos Geva
Koproduktion 
German Film and Television Academy Berlin, Mérovée Film Production
Verleih 
Urban Distribution International
Biografie

Nicola Alice Hens ist eine deutsche Regisseurin, Cutterin und Kamerafrau. Sie studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, der Bauhaus-Universität Weimar und der Kunstakademie Toulouse in Frankreich. Während und nach dem Studium arbeitete sie als Videojournalistin und Assistenz-Lehrerin und initialisierte ein interkulturelles Filmprojekt mit Schülern im Senegal. Seit 2015 unterrichtet sie Film im internationalen Masterprogramm Medienkunst an der Universität Weimar und arbeitet parallel dazu fachübergreifend als Kamerafrau, Editorin sowie an der Entwicklung und Umsetzung ihrer eigenen Stoffe. Filme, die sie als Kamerafrau oder Regisseurin umsetzte wurden weltweit gezeigt und ausgezeichnet, darunter Death & the Maiden (2014), Elisa (2016) welcher den Preis für die beste Kamera des Cambridge Film Festivals gewann, und Im Schatten des Apfelbaums (2017). Nachdem sie als Co-Regisseurin bereits an Omulaule heißt Schwarz (2003) und Shalom Salam (2006) beteiligt war, ist der teilanimierte Dokumentarfilm Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde (2019) ihr Langfilm-Solodebüt.

Filmografie
  • 2019 – Chichinette : ma vie d'espionne (documentaire / documentary / Dokumentarfilm)
  • 2014 – Babuschka, wo sind die Gäste? (court-métrage documentaire / short documentary / Kurzdokumentarfilm)
  • 2010 – Boogie Woogie Bernhard (court-métrage documentaire / documentary short / Dokumentarkurzfilm
  • 2006 – Shalom Salam (court-métrage documentaire / documentary short / Dokumentarkurzfilm)
  • 2004 – Trouver chaussures (court-métrage documentaire / documentary short / Dokumentarkurzfilm)
  • 2003 – Omulaule heißt Schwarz (documentaire / documentary / Dokumentarfilm)