Programm

GUNDA

Victor Kossakovsky

Norwegen, USA, 2020 / 93 min / Ohne Worte / Dokumentarfilm

In Partnerschaft mit neimënster
Gefolgt von einer Diskussionsrunde mit Camille Brunel (Autor, Aktivist für Veganismus und Tierrechte), Brigitte Gothière (Gründerin von L214) & Dr. Bérit Majeres (Verantwortliche für das Wohlbefinden von Tieren, Administration des Services Vétérinaires) Moderator: Nicolas Léonard (Redaktionsleiter, paperjam.lu)

Schweine, Kühe und Hühner. Gefühlvolle Porträts lebender Wesen welche täglich tot auf unseren Tellern landen.

Gunda ist eine Sau, eine unter weltweit hundert Millionen Artgenossen. Sie lebt auf einem Bauernhof in Norwegen, kümmert sich um ihren Nachwuchs und teilt sich die umliegenden Wiesen mit ein paar Hühnern und Rindern. Sie alle gehen ihrer täglichen Routine nach, picken herum, grasen und rollen sich im Schlamm, fangen Würmer und verscheuchen nervige Fliegen. Doch was geht in ihnen vor? Neben mehr als 20 Milliarden Hühnern werden über eine Milliarde Schweine und Kühe in modernen Industrienationen gehalten und nicht wie die empfindsamen Wesen die sie sind behandelt. Menschen wurden darauf konditioniert ihre Empfindsamkeit zu ignorieren und sie als passive Ressource wahrzunehmen. Victor Kossakovsky hebt in seinem intimen Porträt die tierische Individualität hervor und bringt uns dazu, über unser eigenes, menschliches Verhalten nachzudenken. Dabei gelingt es ihm, jeglichen Anspruch, dass wir in unserer Fähigkeit zu Emotionen oder Bewusstsein einzigartig seien, aufzuheben. Nachdem man sich derart in das Leben dieser Tiere hineinversetzt hat, wird es unausweichlich, die notwendigen, großen Veränderungen vorzunehmen, die es braucht um die massenhafte Ausbeutung unserer Mitgeschöpfe zu beenden.

Ein warmherziges und visuell fulminantes Intimporträt, eine Liebeserklärung, die aktuelle Fragen nach unserer Einstellung zu Nutztieren aufwirft. „Victor Kossakovsky hat eine viszerale Meditation über die Existenz geschaffen, die die normalen Barrieren, die die Arten trennen, überwindet. Es ist ein Film von tiefgreifender Bedeutung und Kunstfertigkeit". Joaquin Phoenix, ausführender Produzent

Vorstellungen
Fr 05/03 19:00 Neimënster Ohne Worte Public https://www.neimenster.lu/Culture/Programmation-culturelle/Agenda/Cinemas/Gunda-...
Sa 06/03 10:00 Online Sans paroles Public https://online.luxfilmfest.lu/film/gunda/

„Es sind allein das eigene Leben der Tiere und ihre Wirklichkeit, die zum Kern eines bewegenden Blicks auf die Lebewesen werden, die wir täglich essen – ganz ohne Ausrufezeichen oder Appelle. […] In glänzend schwarz-weißen Kamerafahrten erkundet Gunda das Leben seiner Hauptfiguren, immer aus ihrer Augenhöhe und in respektvoller Distanz, die zugleich intime Nähe zu den Tieren schafft […] Gunda lässt sich auf die Tiere als seine Gegenüber ein, als Lebewesen mit eigenem Wahrnehmen und Fühlen, eigenen Gedanken und Träumen, die wir für einen kurzen Moment vielleicht teilen können. […] Die Stärke von Gunda liegt gerade nicht darin, warnende und bedrückende Bilder der Lebensmittelindustrie zu zeigen, Bilder dessen, wozu Menschen im Umgang mit Tieren in der Lage sind. Stattdessen bleibt der Film bei seiner Figur, bei einem Lebewesen, dessen Schmerz und ohnmächtige Verzweiflung gerade deswegen so herzzerreißend spürbar sind, weil dieses Schwein nicht abstrakt für das Leid von Tieren steht, sondern weil wir es kennengelernt haben als ein Wesen, das fühlt und träumt und bangt.“ Lars Dolkemeyer, Kino-Zeit, Februar 2020

Cast & Credits
Drehbuch 
Victor Kossakovsky, Ainara Vera
Kamera 
Egil Håskjold Larsen, Victor Kossakovsky
Ton 
Alexandr Dudarev
Produktion 
Sant & Usant, Louverture Films
Verleih 
Periscoop Film
Biografie

Victor Kossakovsky ist ein 1961 in der Sowjetunion geborener Dokumentarfilmemacher. Seine Filmkarriere begann am Leningrader Lendoc Studio für Dokumentarfilm als Kamera- und Regieassistent sowie als Editor. 1988 absolvierte er sein Studium für Drehbuchautoren und Regisseure an der Moskauer VGIK-Filmhochschule mit dem Dokumentarkurzfilm Losev. Vier Jahre später gewann sein erster abendfüllender Dokumentarfilm, Belovy (1992), beim IDFA in Amsterdam den Publikumspreis, sowie den Joris Ivens Preis. Seitdem wurden seine Filme mit über 100 Preisen ausgezeichnet. 2018 feierte sein Dokumentarfilm Aquarela bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere und lief danach auf zahlreichen anderen Festivals. 2020 lief sein letzter Dokumentarfilm, Gunda, auf der Berlinale an.

Filmografie
  • 2020 – Gunda (Dokumentarfilm)
  • 2018 – Aquarela (Dokumentarfilm)
  • 2016 – Graine de champion (Dokumentarfilm)
  • 2015 – Varicella (Dokumentarkurzfilm)
  • 2013 – Demonstration (Dokumentarfilm)
  • 2012 – Vozdushnyy displey (Dokumentarkurzfilm)
  • 2011 – ¡Vivan las antipodas! (Dokumentarfilm)
  • 2005 – Syvato (Dokumentarkurzfilm)
  • 2003 – Tishe! (Dokumentarfilm)
  • 2001 – I Loved You… (Dokumentarfilm)
  • 1998 – Pavel i Lyalya (Dokumentarkurzfilm)
  • 1997 – Sreda (Dokumentarfilm)
  • 1992 – Belovy (Dokumentarfilm)
  • 1989 – Losev (Dokumentarkurzfilm)