Programm

MORD IM FAHRPREIS INBEGRIFFEN (COMPARTIMENT TUEURS)

Costa-Gavras

Frankreich, 1965 / 92 min / Französische Originalfassung mit englischen Untertiteln / Drama, Krimi

Costa-Gavras Retrospektive

Costa-Gavras’ erster Spielfilm ist ein wahrer Film Noir über die Jagd nach einem Mörder in einem Zug in dem niemandem zu trauen ist.

Sechs Personen liegen im selben Schlafabteil im Nachtzug von Marseille nach Paris. Bei ihrer Ankunft ist eine von ihnen tot. Inspektor Grazziani von der Pariser Polizei wird mit den Ermittlungen betraut, doch der Mörder scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Er muss sich beeilen, denn letzterer hinterlässt bei dem Versuch, die Tat zu vertuschen, eine blutige Spur quer durch die Stadt.

„Thriller mit komödiantischen Elementen von Costa-Gavras, der wie so oft Alltagsmissstände kommentiert und hier besonders auf die verheerenden Konsequenzen mangelnder Absprache und undurchsichtiger Bürokratie eingeht.“ ARD

Vorstellungen
Awards
  • NBR Award for Best Foreign Language Film, National Board of Review, 1967 (USA)
  • NBR Award for Top Foreign Films, National Board of Review, 1967 (USA)
Cast & Credits
Darsteller 
Simone Signoret, Yves Montand, Pierre Mondy, Pascale Roberts, Michel Piccoli, Jean-Louis Trintignant, Charles Denner, Claude Mann, Jacques Perrin, Catherine Allégret, Nadine Alari, Jean Lefebvre
Drehbuch 
Costa-Gavras, d’après le livre éponyme de Sébastien Japrisot
Kamera 
Jean Tournier
Ton 
Jacques Carrère, Joseph de Bretagne
Szenerie 
Rino Mondellini
Musik 
Michel Magne
Produktion 
PECF
Verleih 
KG Productions
Biografie

Der griechisch-französische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent Konstantinos Gavras, besser bekannt unter dem Namen Costa-Gavras, wurde 1933 in der Region Arkadien (Peloponnes) geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Athen. Sein Vater war aktives Mitglied im Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Aufgrund dessen kommunistischer Gesinnung war es seinem Sohn verboten, in Griechenland zu studieren. Costa-Gavras wanderte 1951 nach Frankreich aus und ließ sich 1955 in Paris nieder, um an der Sorbonne Literaturwissenschaft zu studieren. Als Stammgast in der Cinémathèque entwickelte er seine Leidenschaft für Film und studierte 1956 an der Filmhochschule IDHEC. Als Assistent von Starregisseuren wie René Clair, René Clément, Jacques Demy, Henri Verneuil, Jean Becker und Jean Giono entdeckte er die Kulissen des Sets. Bald trat er selbst hinter die Kamera und drehte seinen kompromisslosen Erstling Mord im Fahrpreis inbegriffen (1965). Daraufhin konnte er eine ganze Reihe internationaler Erfolge landen, wie Z (1969 – Jurypreis in Cannes, Oscar für den besten internationalen Film), Das Geständnis (1970), Sondertribunal – Jeder kämpft für sich allein (1975 – Bester Regisseur in Cannes), Vermisst (1982 – Goldene Palme in Cannes und Oscar für das beste adaptierte Drehbuch), Music Box – Die ganze Wahrheit (1989 – Goldener Bär auf der Berlinale) und Der Stellvertreter (Amen) (2002 – César für das beste Drehbuch) Mit insgesamt zwanzig Spielfilmen hat er nicht nur das Kino selbst, sondern auch unser Weltbild von Grund auf verändert. Sein letzter Film Adults in the Room (2019) ist die Adaption des gleichnamigen Buches des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis. 1982 wurde Costa-Gavras zum Präsidenten der Cinémathèque Française ernannt und blieb bis 1987 im Amt. Seit 2007 übernahm er erneut ihren Vorsitz.

Als unermüdlicher Verfechter der Menschenrechte und erbarmungsloser Kritiker der Missstände in unserer Gesellschaft ist Costa-Gavras dafür bekannt, mithilfe einer spannungsgeladenen Form des kommerziellen Films brisante politische Inhalte zu behandeln. In seinem Werk reflektiert er so unterschiedliche Themen wie Macht, Recht und Gerechtigkeit, Unterdrückung, Gewalt und Folter. In seinen Filmen prangert er dabei nicht nur politisch gemäßigte Bewegungen und Regime an, wie die griechischen Konservativen innerhalb und außerhalb der Armee in Z, sondern auch die rechtsgerichteten Diktaturen Lateinamerikas in Der unsichtbare Aufstand (1972) und Vermisst. Für sein Gesamtwerk erhielt er u.a. die Goldmedaille für die Verdienste um die Schönen Künste in Spanien (1985), den Magritte-Ehrenpreis (2013), sowie den Prix Jaeger-Le Coultre Glory to the Filmmaker auf den 76. Filmfestspielen von Venedig (2019). Ihm wurde der Französische Verdienstorden verliehen, und seit Juli 2019 ist er Kommandeur der französischen Ehrenlegion.

Filmografie
  • 2019 – Adults in the Room
  • 2012 – Le capital
  • 2008 – Eden à l‘Ouest
  • 2004 – Le couperet
  • 2002 – Amen
  • 1997 – Mad City
  • 1995 – Lumière et compagnie (série documentaire / documentary series / Dokumentarserie)
  • 1992 – La petite apocalypse
  • 1989 – Music Box
  • 1988 – Betrayed
  • 1986 – Conseil de famille
  • 1983 – Hanna K.
  • 1982 – Missing
  • 1979 – Clair de femme
  • 1975 – Section spéciale
  • 1972 – État de siège
  • 1970 – L’aveu
  • 1970 – Yves Montand (documentaire / documentary / Dokumentarfilm)
  • 1969 – Z
  • 1967 – 1 Homme de Trop
  • 1965 – Compartiment tueurs
  • 1958 – Les rates (court-métrage / short / Kurzfilm)