Programm

NACHT UND NEBEL (NUIT ET BROUILLARD)

Alain Resnais

Frankreich, 2019 / 32 min / Französische Originalfassung mit englischen Untertiteln / Dokumentarfilm, Geschichte

Internationaler Gedenktag an die Opfer des Holocaust 2020
Gian Maria Tore, Christoph Brüll

1956 drehte der renommierte Filmemacher Alain Resnais einen der ersten Kurzdokumentarfilme über die Schrecken des Holocaust und der Konzentrationslager.

Nacht und Nebel ist ein französischer Dokumentarfilm von Alain Resnais aus dem Jahr 1956 über die systematische Vernichtung von Juden und Andersdenkenden im Nationalsozialismus und deren Spuren in den Landschaften Europas, vom Elsass bis nach Polen. Der Film kombiniert von Resnais gefilmte Bilder der verlassenen Konzentrationslager, Barracken und Krematorien zehn Jahre nach der Befreiung der Lager mit Archivmaterial aus verschiedenen Ländern und dokumentiert so den unvorstellbaren Horror des Holocaust wie es nur wenigen Filmen seither gelungen ist. Nacht und Nebel, eine Referenz an den gleichnamigen „Führererlass“ zur heimlichen Verschleppung von Gegnern des Nazi-Regimes, trat schon bei seiner Uraufführung für die Notwendigkeit der fortwährenden Erinnerungsarbeit ein. Der Film gilt auch deshalb als Meilenstein in der Bekämpfung der Holocaustleugnung und als Warnung für die verheerenden Risiken die eine Banalisierung der nationalsozialistischen Verbrechen und die mögliche Rückkehr von Antisemitismus, Rassismus und Totalitarismus in Europa mit sich brächten.

Im Anschluss an die Filmvorstellung findet eine Diskussionsrunde mit Mitarbeitern der Universität Luxemburg statt: Gian Maria Tore, auf Filmanalyse spezialisierter Semiologe, und Christoph Brüll, Historiker.

Vorstellungen
Fr 31/01 20:30 Cinémathèque FR OF mit EN UT Public

„Wer heute Nacht und Nebel sieht, kann auch die vielen verschiedenen Schichten der Materialien sehen – und den Platz des Werks in der Filmgeschichte. Außergewöhnlich bleibt der Versuch, auf der Gegenwartsebene etwas Abwesendes erspürbar zu machen, den KZ-Kosmos der Vergangenheit aus der Innenansicht zu erzählen und den Film bewusst als ein Kunstwerk zu gestalten, mit persönlicher Stimme und offenen Fragen.“ Sonja M. Schultz, Critic.de, 01/07/2012

Awards
  • Prix Jean-Vigo for the Best Short Film, Prix Jean-Vigo, 1956 (France)
  • Cinema Eye Honors Awards – The Influentials, Cinema Eye Honors Awards, 2014 (USA)
Cast & Credits
Darsteller 
Michel Bouquet
Drehbuch 
Jean Cayrol
Kamera 
Ghislain Cloquet, Sacha Vierny
Ton 
Jacqueline Chasney, Henri Colpi
Musik 
Hanns Eisler
Produktion 
Argos Films
Verleih 
Tamasa Distribution
Biografie

Alain Resnais, 1922 geboren und 2014 verstorben, war ein französischer Filmregisseur und Gallionsfigur der Nouvelle Vague. Sein erster Spielfilm Hiroshima, mon amour (1959) ist eine Adaptation des gleichnamigen Romans von Marguerite Duras, die auch das Drehbuch schrieb. Bei seiner Premiere 1959 in Cannes, sorgte der Film für großes Aufsehen und machte seinen Regisseur über die Grenzen Frankreichs hinweg bekannt. Die Erinnerung ist eines von Alain Resnais‘ Hauptthemen und taucht in mehreren seiner Werke auf, darunter Hiroshima, mon amour, Letztes Jahr in Marienbad (1961, Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig), Muriel oder Die Zeit der Wiederkehr (1963) und natürlich auch Nacht und Nebel (1956) der von den Deportationen und Vernichtungslagern der Nazis handelt.

Filmografie
  • 2014 – Aimer, boire et chanter
  • 2012 – Vous n’avez encore rien vu
  • 2008 – Les herbes folles
  • 2006 – Petites peurs partagées
  • 2003 – Pas sur la bouche
  • 1997 – On connait la chanson
  • 1993 – Smoking/No Smoking
  • 1991 – Contre l’oubli : Pour Esteban (Kurzfilm in einer Sammlung)
  • 1989 – I Want to Go Home
  • 1986 – Mélo
  • 1984 – L’Amour à mort
  • 1983 – La vie est un roman
  • 1980 – Mon oncle d’Amérique
  • 1977 – Providence
  • 1974 – Biarritz-Bonheur
  • 1968 – Je t’aime, je t’aime
  • 1966 – La Guerre est finie
  • 1963 – Muriel ou le temps d’un retour
  • 1961 – L’année dernière à Marienbad
  • 1959 – Hiroshima, mon amour
  • 1959 – Le chant du Styrène (Dokumentarkurzfilm)
  • 1957 – Le mystère de l’atelier quinze (Kurzfilm)
  • 1957 – Toute la mémoire du monde (Dokumentarkurzfilm)
  • 1956 – Nuit et brouillard (Dokumentarkurzfilm)
  • 1953 – Les statues meurent aussi (Dokumentarkurzfilm)
  • 1951 – Guernica (Dokumentarkurzfilm)
  • 1950 – Gauguin (Dokumentarkurzfilm)
  • 1948 – Van Gogh (Dokumentarkurzfilm)
  • 1948 – Châteaux de France (Dokumentarkurzfilm)
  • 1948 – Les jardins de Paris (Kurzfilm)
  • 1948 – Malfray (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – Journée naturelle (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – L’alcool tue (Kurzfilm)
  • 1947 – La bague (Kurzfilm)
  • 1947 – Portrait d’Henri Goetz (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – Visite à César Doméla (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – Visite à Félix Labisse (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – Visite à Hans Hartung (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – Visite à Lucien Coutaud (Dokumentarkurzfilm)
  • 1947 – Visite à Oscar Dominguez (Dokumentarkurzfilm)
  • 1946 – Ouvert pour cause d’inventaire (Kurzfilm)
  • 1946 – Schéma d’une identification (Dokumentarkurzfilm)
  • 1946 – L’aventure de Guy (Kurzfilm)