Programm

ÜBER DIE UNENDLICHKEIT (OM DET OÄNDLIGA)

Roy Andersson

Schweden, Deutschland, Norwegen, 2019 / 76 min / Schwedische Originalfassung mit französischen oder englischen Untertiteln / Drama

Eine filmische Reflektion über das menschliche Leben in all seiner Schönheit und Grausamkeit, seiner Pracht und seiner Alltäglichkeit.

In Über die Unendlichkeit nimmt uns eine unverzagte Erzählerin an die Hand und lässt uns traumgleich umherschweifen. Scheinbar belanglose Augenblicke verdichten sich zu intensiven Zeit-Bildern und stehen auf Augenhöhe mit historischen Ereignissen: Ein Liebespaar schwebt über das vom Krieg zerstörte Köln, auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag muss ein Vater mitten in einem Wolkenbruch seiner Tochter die Schuhe binden, junge Mädchen beginnen einen Tanz vor einem Café und eine geschlagene Armee marschiert mutlos zu einem Gefangenenlager. Der Film ist sowohl Ode als auch Klage, ein Kaleidoskop all dessen, was ewig menschlich ist, eine unendliche Geschichte über die Verletzlichkeit unserer Existenz.

Vorstellungen

„Existenzialismus trifft auf bitterbösen schwedischen Galgenhumor […] Dabei handelt es sich bei Anderssons Werk aber keinesfalls um eine reine Komödie. Nein, der Film ist sich zu jeder Sekunde der Seriosität unter der Oberfläche bewusst und zieht eine feine Linie zwischen Komik und Tragik, bei der einem die ernsteren Momente in ihrer ungeschönten Rauheit den Boden unter den Füßen wegziehen können. Andersson reflektiert in seinen Beobachtungen über die schmerzvollen Momente und Phasen im Leben, die sich so anfühlen, als würden sie ewig währen. […] Roy Andersson hat mit Über die Unendlichkeit eine kurze, schmerzvolle, aber dennoch auch urkomische und episodenhaft aufbereitete Reflexion über die Wehen des alltäglichen Lebens gedreht, die einen wohl so schnell nicht mehr loslassen wird.“ Christian Pogatetz, uncut.at,

„in der alltäglichen Banalität des Lebens, oder in der Neigung, sich kindlichen Gefühlen hinzugeben, scheint eine tiefere Wahrheit über die Menschen auf. Sie sind gefährdet durch geistige Irrtümer und ihre Einsamkeit. Man muss allerdings selbst eine lakonische Ader haben oder skandinavisch trockene Komik mögen, um diesen Film durchgehend interessant zu finden.“ Bianka Piringer, Spielfilm.de

Awards
  • Best Set Design, Guldbagge Awards, 2020 (Sweden)
  • Best European Visual Effects Supervisor, European Film Awards, 2019 (Germany)
  • Silver Lion for the Best Director, Venice Film Festival, 2019 (Italy)
Cast & Credits
Darsteller 
Martin Serner, Jessica Louthander, Tatiana Delaunay, Anders Hellström, Jan-Eje Ferling, Bengt Bergius, Thore Flygel
Drehbuch 
Roy Andersson
Kamera 
Gergely Pálos
Ton 
Robert Hefter
Szenerie 
Anders Hellström, Frida E. Elmström, Nicklas Nilsson
Produktion 
Roy Andersson Filmproduktion, Essential Films, 4 ½ Fiksjon
Biografie

Der schwedische Filmregisseur Roy Andersson wurde 1943 in Göteborg geboren. Er studierte am Schwedischen Filminstitut in Stockholm und drehte danach seinen ersten Spielfilm Eine schwedische Liebesgeschichte (1970), der großen Erfolg verzeichnen kann und ihn zu einem der wichtigsten Vertreter des neuen schwedischen Films etablierte. Sein zweiter Film Giliap (1975) wurde für die Quinzaine des réalisateurs in Cannes ausgewählt. Weltberühmte Regisseure wie Ingmar Bergman bewunderten seinen Naturalismus, doch Roy Andersson unterbrach seine Laufbahn und widmete sich der Werbung, in der er zahlreiche Preise gewann. Gleichzeitig gründete er seine Produktionsfirme Studio 24. Sein großes Comeback im Kino feierte er im Jahr 2000 mit Songs from the second floor, der mit dem Jurypreis in Cannes ausgezeichnet wurde. Daraufhin folgten Das jüngste Gewitter (2007) und Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (2014), der mit dem Goldenen Löwen auf der 71. Mostra in Venedig preisgekrönt wurde. 2009 widmete das MoMA in New York Roy Andersson eine Ausstellung, für die sie seinen unverwechselbaren Stil hervorhob. Sein letzter Spielfilm About Endlessness (2019) wurde mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie auf den Filmfestspielen in Venedig 2019 ausgezeichnet.

Filmografie
  • 2019 – Om det oändliga
  • 2014 – En duva satt på en gren och funderade på tillvaron
  • 2007 – Du levande
  • 2000 – Sånger från andra våningen
  • 1993 – Någonting har hänt (court-métrage / short / Kurzfilm)
  • 1991 – Härlig är jorden (court-métrage / short / Kurzfilm)
  • 1980 – Tryggare kan ingen vara (court-métrage / short / Kurzfilm)
  • 1979 – Så fruktansvärt onödigt (documentaire / documentary / Dokumentarfilm)
  • 1975 – “Giliap"
  • 1970 – En kärleks historia
  • 1969 – Lördagen den 5.10 (court-métrage / short / Kurzfilm)
  • 1968 – Hämta en cykel (court-métrage / short / Kurzfilm)
  • 1968 – Den vita sporten (documentaire / documentary / Dokumentarfilm)
  • 1967 – Besöka sin son (court-métrage / short / Kurzfilm)