Programm

Z – ANATOMIE EINES POLITISCHEN MORDES (Z OU L’ANATOMIE D’UN ASSASSINAT POLITIQUE)

Costa-Gavras

Frankreich, Algerien, 1969 / 127 min / Französische, russische und englische Originalfassung mit englischen Untertiteln / Drama, Geschichte

Costa-Gavras Retrospektive

Der Tod eines Abgeordneten lässt das korrupte politische System eines Mittelmeerstaates für alle sichtbar zu Tage treten.

Als die Opposition einen Friedensmarsch in einem diktatorisch regierten Land an der Mittelmeerküste abhält, wird ihr führender Kopf, ein linksliberaler Politiker, überfahren und erliegt seinen Verletzungen. Der Vorfall scheint eine geplante Abrechnung des Regimes mit seinen Gegnern zu sein. Um die Tötung zu vertuschen und als Unfall darzustellen, wird ein junger Untersuchungsrichter beauftragt, die von offizieller Seite herausgegebene Version der Geschehnisse zu bestätigen. Doch dieser macht sich trotz seiner politischen Konformität mit einer peniblen Arbeitsmoral daran, im Sumpf eines übermächtigen Politikapparates die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Vorstellungen
Fr 13/03 15:00 Cinémathèque FR, RU & EN OF mit EN UT Public https://ticket.luxembourg-ticket.lu/luxfilmfest/webticket/shop?event=29021&kassi...
Awards
  • Special Jury Prize, Festival de Cannes, 1969 (France)
  • Best Actor Award for Jean-Louis Trintignant, Festival de Cannes, 1969 (France)
  • Grand Prix Annuel, Académie du Cinéma Français, 1969 (France)
  • NYFCC Award for the Best Director, New York Film Critics Award, 1969 (USA)
  • NYFCC Award for the Best Film, New York Film Critics Award, 1969 (USA)
  • Best Actor Award for Jean-Louis Trintignant, Cannes Film Festival, 1969 (France)
  • Jury Prize for the Best Director, Cannes Film Festival, 1969, (France)
  • NSFC Award for the Best Film, National Society of Film Critics Awards, 1970 (USA)
  • Anthony Asquith Award for Film Music, BAFTA Awards, 1970 (UK)
  • Oscar for the Best Foreign Language Film, Academy Awards, 1970 (USA)
  • Oscar for Best Film Editing, Academy Awards, 1970 (USA)
Cast & Credits
Darsteller 
Yves Montand, Irene Papas, Jean-Louis Trintignant, Jacques Perrin, François Périer, Charles Denner, Bernard Fresson, Jean Bouise, Jean-Pierre Miquel, Renato Salvatori, Pierre Dux
Drehbuch 
Jorge Semprún, Costa-Gavras, nach dem gleichnamigen Buch von Vasilis Vasilikos
Kamera 
Raoul Coutard
Ton 
Jean Nény, Michèle Boëhm
Szenerie 
Jacques d’Ovidio
Musik 
Mikis Theodorakis
Produktion 
Galatée Films, KG Productions, Reggane Films
Verleih 
KG Productions
Biografie

Der griechisch-französische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent Konstantinos Gavras, besser bekannt unter dem Namen Costa-Gavras, wurde 1933 in der Region Arkadien (Peloponnes) geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Athen. Sein Vater war aktives Mitglied im Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Aufgrund dessen kommunistischer Gesinnung war es seinem Sohn verboten, in Griechenland zu studieren. Costa-Gavras wanderte 1951 nach Frankreich aus und ließ sich 1955 in Paris nieder, um an der Sorbonne Literaturwissenschaft zu studieren. Als Stammgast in der Cinémathèque entwickelte er seine Leidenschaft für Film und studierte 1956 an der Filmhochschule IDHEC. Als Assistent von Starregisseuren wie René Clair, René Clément, Jacques Demy, Henri Verneuil, Jean Becker und Jean Giono entdeckte er die Kulissen des Sets. Bald trat er selbst hinter die Kamera und drehte seinen kompromisslosen Erstling Mord im Fahrpreis inbegriffen (1965). Daraufhin konnte er eine ganze Reihe internationaler Erfolge landen, wie Z (1969 – Jurypreis in Cannes, Oscar für den besten internationalen Film), Das Geständnis (1970), Sondertribunal – Jeder kämpft für sich allein (1975 – Bester Regisseur in Cannes), Vermisst (1982 – Goldene Palme in Cannes und Oscar für das beste adaptierte Drehbuch), Music Box – Die ganze Wahrheit (1989 – Goldener Bär auf der Berlinale) und Der Stellvertreter (Amen) (2002 – César für das beste Drehbuch) Mit insgesamt zwanzig Spielfilmen hat er nicht nur das Kino selbst, sondern auch unser Weltbild von Grund auf verändert. Sein letzter Film Adults in the Room (2019) ist die Adaption des gleichnamigen Buches des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis. 1982 wurde Costa-Gavras zum Präsidenten der Cinémathèque Française ernannt und blieb bis 1987 im Amt. Seit 2007 übernahm er erneut ihren Vorsitz.

Als unermüdlicher Verfechter der Menschenrechte und erbarmungsloser Kritiker der Missstände in unserer Gesellschaft ist Costa-Gavras dafür bekannt, mithilfe einer spannungsgeladenen Form des kommerziellen Films brisante politische Inhalte zu behandeln. In seinem Werk reflektiert er so unterschiedliche Themen wie Macht, Recht und Gerechtigkeit, Unterdrückung, Gewalt und Folter. In seinen Filmen prangert er dabei nicht nur politisch gemäßigte Bewegungen und Regime an, wie die griechischen Konservativen innerhalb und außerhalb der Armee in Z, sondern auch die rechtsgerichteten Diktaturen Lateinamerikas in Der unsichtbare Aufstand (1972) und Vermisst. Für sein Gesamtwerk erhielt er u.a. die Goldmedaille für die Verdienste um die Schönen Künste in Spanien (1985), den Magritte-Ehrenpreis (2013), sowie den Prix Jaeger-Le Coultre Glory to the Filmmaker auf den 76. Filmfestspielen von Venedig (2019). Ihm wurde der Französische Verdienstorden verliehen, und seit Juli 2019 ist er Kommandeur der französischen Ehrenlegion.

Filmografie
  • 2019 – Adults in the Room
  • 2012 – Le capital
  • 2008 – Eden à l‘Ouest
  • 2004 – Le couperet
  • 2002 – Amen
  • 1997 – Mad City
  • 1995 – Lumière et compagnie (série documentaire / documentary series / Dokumentarserie)
  • 1992 – La petite apocalypse
  • 1989 – Music Box
  • 1988 – Betrayed
  • 1986 – Conseil de famille
  • 1983 – Hanna K.
  • 1982 – Missing
  • 1979 – Clair de femme
  • 1975 – Section spéciale
  • 1972 – État de siège
  • 1970 – L’aveu
  • 1970 – Yves Montand (documentaire / documentary / Dokumentarfilm)
  • 1969 – Z
  • 1967 – 1 Homme de Trop
  • 1965 – Compartiment tueurs
  • 1958 – Les rates (court-métrage / short / Kurzfilm)