Programm

The Look of Silence

Joshua Oppenheimer

Dänemark, 2014 / 103 min / Indonesische und javanische Originalfassung mit englischen Untertiteln / Dokumentarfilm

Eine erschütternde Reise in den Dschungel der menschlichen Natur (Robbie Collin, The Telegraph)

Durch Joshua Oppenheimers Film „The Act of Killing“ erfährt eine Familie in Indonesien, wer während den Massenmorden in den 60er Jahren ihren Sohn umgebracht hat. Der jüngste Sohn der Familie beschliesst daraufhin den Bann des Schweigens und der Angst zu brechen, unter dem die Überlebenden leiden. Er stellt die Mörder seines Bruders zur Rede – ein undenkbares Vorhaben in einem Land, in dem die Täter von damals noch immer an der Macht sind.

Ich hoffe, „The Look of Silence“ ist ein Gedicht über die Stille, die aus dem Terror entsteht – ein Gedicht über die Notwendigkeit diese Stille zu durchbrechen, aber auch das Trauma das sich bildet, wenn die Stille gebrochen wird. (Joshua Oppenheimer)

Vorstellungen
So 01/03 21:00 Ciné Utopia Public http://www.utopolis.lu
Mi 04/03 19:00 Cinémathèque Public http://www.luxembourg-ticket.lu/9/19248

Das Ungeheuerliche dieser erinnerten Grausamkeiten trifft einen immer wieder in die Magengrube; der Blick des Films ist gegenüber „The Act of Killing“ aber geweitet: Oppenheimer treibt nicht mehr nur die Frage um, wie die Täter mit dem, was sie getan haben, umgehen und als angesehene Mitglieder der Gesellschaft reuelos weiter leben können; neu ist die Frage, wie die Opferfamilien es fertig bringen, mit den Tätern in den selben Dörfern und Gemeinden zusammen zu leben, ohne dass diese je zur Rechenschaft gezogen worden wären. (Felicitas Kleiner, filmdienst.de)

Unter den bisherigen Festivalfilmen [in Venedig] steht „The Look of Silence“ wie ein Monolith – ein Monument schwierigster Arbeit an der Vergangenheit wie an der Gegenwart, dabei von würdiger ästhetischer Form, weil er den in diesen Verhältnissen selbstredend gefährdeten Frager nicht einfach mitfühlend begleitet, sondern zutiefst verbunden in einer Wahlgemeinschaft. (Anke Westphal, Berliner Zeitung, 29. August 2014)

Awards
  • Grand Special Jury Prize, FIPRESCI Prize, FEDEORA Best European Mediterranean Film, Golden Mouse & Human Rights Nights Award – Mostra / Venice International Film Festival, 2014 (Italy)
  • Grand Prize – Copenhagen International Documentary Film Festival, 2014 (Denmark)
  • Best World Documentary – Busan International Film Festival, 2014 (South Korea)
Cast & Credits
Darsteller 
Adi Rukum
Kamera 
Lars Skree
Montage 
Niels Pagh Andersen
Produktion 
Final Cut For Real
Koproduktion 
Werner Herzog, Errol Morris, André Singer
Verleih 
Danish Film Institute
Biografie

Joshua Oppenheimer, 1973 in den USA geboren, lebt in Kopenhagen und ist Teilhaber der Produktionsgesellschaft Final Cut for Real. Er arbeitet seit mehr als 10 Jahren mit Milizen, Todeskommandos und ihren Opfern um das Verhältnis von politischer Gewalt und öffentlicher Meinung zu erkunden. Sein erster abendfüllender Dokumentarfilm „The Act of Killing“ gewann weltweit 72 Preise, er wurde für den Oscar des besten Dokumentarfilms 2014 nominiert und 2013 beim Luxembourg City Film Festival vorgestellt. 

Filmografie
  • The look of Silence, 2014
  • The Act of Killing, 2012
  • The Globalisation Tapes, 2003
  • The Entire History of the Louisiana Purchase,1997
  • These Places We Learned to Call Home (short, cm), 1997