Programm

Der Junge Siyar

Hisham Zaman

Norwegen, Deutschland, Irak , 2013 / 105 min / Kurdische Originalfassung mit deutschen Untertiteln / Drama

In Anwesenheit von Bahar Ozen (Schauspielerin)

Wie weit würdest du gehen, um die Familienehre wiederherzustellen?

Eingewickelt in Plastikfolie wird der 16-jährige Siyar im Öltank eines Lastwagens illegal über die türkische Grenze geschickt. Der kurdische Junge aus einem kleinen Dorf im Irak soll seine ältere Schwester Nermin töten und damit die „Ehre“ seiner Familie retten. Denn Nermin ist in der Nacht vor einer arrangierten Ehe nach Europa geflohen. Und so muss sich Siyar über Istanbul und Berlin bis nach Oslo durchschlagen – für einen Auftrag, der ihm immer fragwürdiger erscheint.

Mit atemberaubenden Bildern und packender Erzählung ist dieser Film ein nachdenklicher Blick auf das Thema Ehrenmorde, auf die komplexen Beziehungen, welche diese brutale Tradition aufrechterhalten, und darauf, wie weit manche Menschen gehen, um sie durchzuziehen. (Human Rights Watch, Filmfestival Basel)

 

Vorstellungen
Fr 27/02 09:00 Ciné Utopia DE* Scolaire

DE* : Kurdische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Einschreibungen für die Schulvorstellungen 12-18 Jahre für die breite Öffentlichkeit (im Besitz des FESTIVAL PASS) : register@luxfilmfest.lu

Der Junge Siyar ist in einem nüchternen Stil erzählt, die Kamera hält sich mit distanzierten, aber sehr genauen Beobachtungen weitgehend zurück. Ein Großteil der Kommunikation zwischen Siyar und Evin erfolgt wortlos, die subtile Körpersprache der Darsteller trägt maßgeblich zum Verständnis der Figuren bei. Darüber hinaus verzichtet Zaman auf weitschweifende Erklärungen, der Film bleibt in seiner Figuren-Psychologie bewusst ambivalent. - Andreas Resch, kinofenster.de, 1. September 2014

Regisseur Zaman zwingt den Zuschauer in die gleiche Ameisenperspektive wie die Akteure, die oft kaum verstehen, wie ihnen geschieht. Womit er trotz obskurer Details eine erhellende Einsicht vermittelt: Alle Einwanderer schleppen die Kultur ihrer Herkunft wie Pech an den Schuhsohlen mit sich − ob sie mit europäischen Werten vereinbar ist oder nicht. - Renée-Maria Richter, kunstundfilm.de, 8 September 2014

+16
Awards
  • Dragon Award for Best Nordic Film, Göteborg Film Festival 2013, Sweden
  • Best Film from the Arab World, Abu Dhabi 2013
  • Special Award of the Jury for the main actor, Mannheim-Heidelberg International Filmfestival 2013, Germany
  • Best Cinematography in a Narrative Feature Film, Tribeca Film Festival 2013, USA
  • Amanda Award for Best Supporting Actress (Suzan Ilir) 2013, Amanda Awards Norway
  • Kanonprisen for Best Cinematography, at Kosmorama, Trondheim Internasjonale Filmfestival 2014, Norway
Cast & Credits
Darsteller 
Abdullah Taher, Suzan Ilir, Bahar Ozen, Ava Abdulsattar, Cabbar Bariss
Drehbuch 
Kjell Ola Dahl, Hisham Zaman
Kamera 
Marius Matzow Gulbrandsen
Ton 
Felix Andriessens
Szenerie 
Hashim Shaji
Musik 
David Reyes
Produktion 
Finn Gjerdrum, Stein B. Kvae – Paradox Spillefilm
Koproduktion 
Mitosfilm
Verleih 
New Morning Films - Dual films Verleih
Biografie

Hisham Zaman (geb.1975) ist ein kurdisch-norwegischer Filmemacher, der sein Studium an der Norwegian Film School in Lillehammer in 2004 absolvierte. Er führte bei einigen preisgekrönten Kurzfilmen Regie, vor allem Bawke, der mehr als 20 nationale und internationale Preise (Toronto, Palm Springs, u.a.) gewinnen konnte.

Filmografie
  • Letter to the King, 2014
  • Before Snowfall, 2013
  • Ella (short), 2010
  • De andre (short), 2009
  • Winterland, 2007
  • Bawke (short), 2006
  • The Roof (short), 2004
  • The Bridge (short), 2003
  • Piraten short, 2002